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Kurzausflug nach Tibet. Sieht doch gut aus, oder?

„Ein Bett, ein Bett, ein Tibet!“ ruft Eddy Murphy in dem Film „Auf der Suche nach dem goldenen Kind“, als er eine hübsche Tibeterin verführen möchte. Witze über dieses gebeutelte Land, spirituelles Zentrum des Buddhismus, also wirklich, da ist doch Martin Scorsese’s „Kundun“ besser, da wird ein kleiner Junge als wiedergeborener Dalai Lama erkannt und über mehrere Filmstunden hochgeistig von seinen Lamas belehrt.

Schade nur, dass dieser Film überhaupt nicht in Tibet spielt, sondern in Marokko. Wir haben uns so was schon gedacht, denn im „Making of“ der DVD sieht man Strommasten, die den marokkanischen Standard-Strommasten doch verblüffend ähneln. Und tatsächlich, der buddhistische Tempel steht hier auf dem Gelände der Atlas Film Studios in Quarzazate. Der Schrein vor dem Tempel ist aus Plastik und die vielen goldenen Bücher und Statuen im Tempel aus Styropor. Eigentlich waren nur die Statisten echt, denn 350 Tibeter wurden für 3 Monate nach Marokko eingeflogen, in mittelmäßigen Hotels untergebracht und mit 100 Euro am Tag entlohnt. Für diese persönliche Grundsanierung sangen die Tibeter auch gerne ihre geistlichen Lieder in Playback und stellten ihre religiösen Feste nach. Ach, die Welt ist eben doch käuflich.

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Bodo in einer seiner besten Rollen: Tempelwächter des Dalai Lama


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Hier das Flugzeug aus „Das Juwel vom Nil“ (1984). Das Ding ist aus Plastik, und Michael Douglas kann nur durch ein explodierendes Militärlager rasen, weil im Flugzeugattrappengestänge ein zweiter Pilot den VW-Motor steuert.

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Bine verkündet die 10 Gebote, eigentlich die Aufgabe von Omar Sharif im gleichnamigen Schinken von 2005. Der war allerdings ernster dabei. In der gleichen Kulisse u.a. auch „Moses“ mit Ben Kingsley (1995) und „Der Legionär“ von und mit Jean Claude Van-Damme (1997).


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Nicht ganz Ägypten, wie der Blick hinter die Kulissen zeigt, aber für „Cleopatra“ mit Timothy Dalton (1998) und „Asterix und Obelix“ mit Gerard Depardieu (2000) reicht’s.

Wir schlendern über das Set von „Alexander“ mit Angelina Jolie (nur ein paar Quadratmeter und billigste Fliesen) und fast klaue ich so eine hübsche Kachel, würde ja niemand auffallen und mein Heikili mag den Film bestimmt, mache es dann aber doch nicht und ärgere mich später. Dann durch den „Gladiator“-Sklavenmarkt von Ridley Scott (1998), enge Gassen mit Lehmbauten, die so aussehen wie jedes Dorf hier im Atlas.

Ebendieser Regisseur drehte hier auch „Kingdom of Heaven“ und bereitet gerade sein nächstes Epos vor. Leider durfte man nicht in die aktuellen Kulissen, schade, schade. Vielleicht könnte man mit Brad Pitt und seiner Frau das Herkunftsland ihres nächsten Babys diskutieren.

Abends diskutieren wir über die Kulissen und sind skeptisch, ob solch grobe Täuschung überhaupt funktionieren kann. In allen Kulissen bröckelt der Putz, Dekors sind nur angedeutet und die Materialien nur Ersatz. Dann aber sehen wir die Fotos, und selbst da sieht alles großartig und überzeugend aus, und alle Makel sind verschwunden.