20 Kilometer nördlich von Agadir bläst der Wind ganzjährig kräftig auf lang gestreckte Sandstrände. Das klingt nach einem feuchten Surfertraum und ist es auch. Wir machen Halt in Taghazoute, ein normaler kleiner marokkanischer Ort und gleichzeitig ein internationaler Surfspot.

Es gibt einen zentralen Platz, an dem sich Taxis und Busse behupen, Gemüsehändler ihre Kisten stapeln, hier und da Erdnüsse geröstet werden, Männer gemütlich Tee trinken, während die Frauen, gestresst von kleinen Kindern und großen Einkaufstüten, sich eilig in die Taxis und Busse pressen. Eine Moschee lädt zum Gebet, im gleichen Gebäude eine Fischbraterei und ein Surfladen. Dieser Gegensatz macht uns erstmal blinzeln.

Taghazoute
Surfladen im Moschee-Gebäude

Es fallen noch mehr Ungereimtheiten auf. Die Cafes heißen hier „Restaus“, in denen es „P´tit Dejs“ gibt. Das coole Französisch der Jugend regiert. In den „Restaus“ sitzen dann auch mehrere Bob Marleys mit wilden Frisuren, Koreaner mit den aktuell angesagten, aber trotzdem dämlichen Wollmützen und lässig-blonde Australier mit Endless-Summer-T-Shirts. Außerdem ein paar Mädels mit Röcken im Hawaii-Design, die mit nackten Beinen und unablässigem Haare-Schütteln die männlichen Einheimischen entzücken.

Taghazoute

Bei so viel Rebellion geben sich auch die hiesigen Berber mutig. Als Volk offiziell nie anerkannt, aber mit großer, eigener Geschichte, eigener Schrift und verständlichem Stolz kämpfen sie um ihre Kultur. Hier mit einem Aufkleber auf einem Lieferwagen (Ich bin Berber, ich bleibe es auch).