14/08: Sambia: Victoriafaelle

Ruhig und gemächlich mäandert der Sambezi 1400 Kilometer durch das angolische Hochland, die sambischen Barotse-Plains, die Caprivi-Sümpfe und vereinigt sich mit dem aus Botswana kommenden Chobe. Dann knickt er plötzlich nach Süden ab, sammelt Geschwindigkeit in Stromschnellen und stürzt über eine 100 Meter hohe und fast 1700 Meter breite Abbruchkante spektakulär in die Tiefe. Das sind die Victoria-Fälle, "ein Hexenkessel, kaum zu erkennen, in einem unglaublichen Spektakel aus Gischt, Getöse und ungebändigter Naturgewalt" (Ilona Hupe Reiseführer).
Das gilt zumindest für die Monate kurz nach einer guten Regenzeit wie in diesem Jahr und in diesen Monaten. Am Ende der Trockenzeit, im November und Dezember, stürzen nur 20 Millionen Liter (im Vergleich: in Rekordjahren wie diesem bis zu 700 Millionen Liter) pro Minute über die dann nackten und sichtbaren Felswände.
"Mosi-Oa-Tunya", donnernder Rauch, wurde der Wasserfall von den Afrikanern genannt. Die Gischt ist tatsächlich bis zu 60 Kilometer weit zu sehen und hat an der Klippe gegenüber den Fällen einen tiefgrünen Regenwald geschaffen. Jeden Tag gibt es Regenbögen, berühmt ist der monatliche Vollmond-Regenbogen. Beim Besuch des Wasserfalls ist einen Gischt-Dusche garantiert, ich wusste das und war doch überrascht, wie heftig das Wasser plötzlich auf mich einstürzt und alles durchnässt, Kleider, Schuhe, Kamerataschen und Kameras. Wir treffen zwei Rastafaries, deren lange Zöpfe eigene kleine Wasserfälle auf ihren Rücken bilden.

Als erster dokumentierter (weißer) Entdecker gilt der berühmte Dr. Livingstone, der 1854 über die Fälle berichtete. Seitdem wächst der Tourismus. Heute können die zahlreichen Besuchern für den Schnäppchenpreis von 20 Dollar Eintritt die Wasserfälle bewundern und beliebig weitere Aktivitäten buchen: Bootsfahrten, Canoeing und Rafting auf dem Sambesi, Bungee Jumping und Abseiling von der 100 Jahre alten Brücke zwischen Zimbabwe und Sambia, Helikopter- und Ultraleichtflüge, und und und. Machen wir aber alles nicht, sondern entspannen nach ausführlicher Erkundung der Wasserfälle zu Fuß lieber in der lebendigen Stadt Livingstone bei echter italienischer Pizza.