17/07: Tansania: Weightbridge
Was uns in Afrika immer wieder überrascht, sind nicht die Dinge, die passieren, sondern die Reaktionen der Afrikaner darauf. Wir Deutsche gehen davon aus, dass eine bestimmte Aktion prinzipiell immer und für alle die gleichen Folgen hat. Hier in Afrika dagegen ist so gut wie jede Reaktion möglich und fast alles verhandelbar.
Letzte Woche wurden wir auf der Landstraße mit 59 km/hm erwischt, 50 sind erlaubt. Ich musste reumütig zu einem Officer, der in seinem Polizeiauto die Finanzen verwaltete. 20.000 Tansanische Shilling (ca. 12 Euro) sollten wir bezahlen. "So viel!" reagiere ich entsetzt und das Spiel beginnt. Der Polizist weist mich auf die Schwere unseres Vergehens hin, ich heuchele Unwissen usw usw. Am Ende einigen wir uns auf 10.000 Shilling und sind beide zufrieden.

Heute sind wir nun an einer Fahrzeugwaage (Weightbridge) vorbeigekommen. Interessiert uns nicht, dachten wir, ist nur für lokale Frachtunternehmen, die ihre LKW wiegen lassen möchten. Nach 10 Kilometern überholt uns ein schneller Pickup und bremst uns aus. Zwei Männer springen aus dem Auto und fragen uns aufgeregt, warum wir die Weightbridge umfahren haben. Da fällt uns eine Geschichte ein, die uns Achim erzählt hat. Wer eine Weightbrigde mit seinem LKW in Tansania umfährt, muss 2000 Dollar Strafe zahlen oder ins Gefängnis. Hm. Wir drehen also um und fahren zurück, eskortiert vom Pickup, damit wir ja nicht abhauen (Wohin? Hier ist nur Savanne). Im Büro des Managers erkläre ich, wir wären nur dumme Touristen, hätten ja keine Ahnung gehabt etc. Ich bekomme ein Blatt weißes Papier und einen Kugelschreiber und tatsächlich: mit einem Entschuldigungsbrief ist die Sache erledigt. Ich schreibe also: "Dear Mr. Manager of the weightbridge, we apologize (...) so sorry (...) will never do that again (...) next time we promise (...) Yours sincerely, Sabine Stoessel & Bodo Bastian from Germany". Dann lassen wir den MAT wiegen und hochoffiziell wird festgestellt, dass wir unter 16 Tonnen liegen. Darum ging es nämlich, sonst müssten wir extra Roadtax bezahlen. Wir schütteln nochmal Hände und fahren weiter.
An der nächsten Weightbridge stellen wir uns brav an und ernten fassungsloses Kopfschütteln der Beamten. Was wir hier wollen? Wir müssten uns doch nicht wiegen lassen, wir sind doch klar unter 16 Tonnen! Dann winken sie uns ungeduldig weiter. TIA - This is Africa.
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Letzte Woche wurden wir auf der Landstraße mit 59 km/hm erwischt, 50 sind erlaubt. Ich musste reumütig zu einem Officer, der in seinem Polizeiauto die Finanzen verwaltete. 20.000 Tansanische Shilling (ca. 12 Euro) sollten wir bezahlen. "So viel!" reagiere ich entsetzt und das Spiel beginnt. Der Polizist weist mich auf die Schwere unseres Vergehens hin, ich heuchele Unwissen usw usw. Am Ende einigen wir uns auf 10.000 Shilling und sind beide zufrieden.

Heute sind wir nun an einer Fahrzeugwaage (Weightbridge) vorbeigekommen. Interessiert uns nicht, dachten wir, ist nur für lokale Frachtunternehmen, die ihre LKW wiegen lassen möchten. Nach 10 Kilometern überholt uns ein schneller Pickup und bremst uns aus. Zwei Männer springen aus dem Auto und fragen uns aufgeregt, warum wir die Weightbridge umfahren haben. Da fällt uns eine Geschichte ein, die uns Achim erzählt hat. Wer eine Weightbrigde mit seinem LKW in Tansania umfährt, muss 2000 Dollar Strafe zahlen oder ins Gefängnis. Hm. Wir drehen also um und fahren zurück, eskortiert vom Pickup, damit wir ja nicht abhauen (Wohin? Hier ist nur Savanne). Im Büro des Managers erkläre ich, wir wären nur dumme Touristen, hätten ja keine Ahnung gehabt etc. Ich bekomme ein Blatt weißes Papier und einen Kugelschreiber und tatsächlich: mit einem Entschuldigungsbrief ist die Sache erledigt. Ich schreibe also: "Dear Mr. Manager of the weightbridge, we apologize (...) so sorry (...) will never do that again (...) next time we promise (...) Yours sincerely, Sabine Stoessel & Bodo Bastian from Germany". Dann lassen wir den MAT wiegen und hochoffiziell wird festgestellt, dass wir unter 16 Tonnen liegen. Darum ging es nämlich, sonst müssten wir extra Roadtax bezahlen. Wir schütteln nochmal Hände und fahren weiter.
An der nächsten Weightbridge stellen wir uns brav an und ernten fassungsloses Kopfschütteln der Beamten. Was wir hier wollen? Wir müssten uns doch nicht wiegen lassen, wir sind doch klar unter 16 Tonnen! Dann winken sie uns ungeduldig weiter. TIA - This is Africa.