Reiseberichte

You are currently viewing archive for December 2009
Category: Tunesien
Posted by: sabine
abibas
Abibas, die Marke des tunesischen Hausanzugs

Die jungen Tunesier sind Markenfetischisten. Auf der Straße wird vor allem Sportkleidung mit Puma-Logo oder der Nike-Haken getragen. Jungs kombinieren Puma-Adiletten mit Trainingshosen, College-Jacken und großen Sonnenbrillen. Dazu anständig Gel ins Haar. Die Mädels tragen Jogging-Anzüge in arabischer Ausführung: mit Kapuze, fast knielang und in schreienden Pink- oder Goldtönen. Das Kleider-Diktat ist vorhanden, aber was die Jugendlichen daraus machen, ist wunderbar fantasievoll - wie übrigens auch die Namen und Logos der chinesischen Plagiate.

ferrira
Das gute Ferrira-Deo, nur echt mit dem arabischen Hengst
Category: Tunesien
Posted by: sabine
Heute fahren wir mit einer offenen Pferdekutsche durch die Palmengärten von Gabès. Wir genießen den strahlend blauen Himmel, den warmen Wind und die helle Sonne, die durch die Palmen schimmert.

kutsche

Am Wegesrand rankt wilder Wein über Zäune aus zusammengebundenen, alten Palmwedeln, daneben stehen Granatapfelbäume voller goldroter Früchte. Unter Palmen wechselt sich hüfthohes Henna mit großblättrigem Gemüse ab. Die Oase ist leer bis auf ein paar Frauen, die Futterpflanzen ernten. Nur die Hufe unseres Kutschpferdes klappern durch die Stille.

palmengarten

Und der Wind streicht durch die Oase und erzählt Geschichten.
Category: Tunesien
Posted by: sabine
Mädchen und Frauen in Tunesien sind wesentlich selbstbewusster als in Marokko. Viele Frauen fahren Roller oder Auto. Einige tragen Kopftuch, manche sitzen in Cafés, einige rauchen sogar öffentlich. Frauen arbeiten auf Ämtern, sie verkaufen Kleider- und Lebensmittel im Souk und stehen sogar als Polizistinnen (in Hosen und Stiefeln) an Straßenkontrollstellen.

sdf

Natürlich sieht man auch viele Frauen in Hayeks (große weiße Tücher) und samtene Tunikas. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass die Wäsche traditionsgemäß von Frauen gewaschen wird, und auch all die köstlichen Mahlzeiten, die in den Gassen zu riechen sind, werden von Frauen zubereitet. Trotzdem - ein angenehmes Land, in dem ich mich als Touristin nicht ganz so außerirdisch fühle.

frauen
Category: Tunesien
Posted by: bodo
(nach einer wahren Begebenheit, aus naheliegenden Gründen ohne Fotos)

"John Wayne ist auferstanden!", dachte ich, als ich aus dem Fenster sah. Wir hatten unser Fahrzeug für die Übernachtung an einen Strand in der Nähe von Chebba (Tunesien) gefahren. Ein röhrendes Etwas war vorgefahren, es hatte gehupt, und nun schaute ich aus dem Fenster in ein grelles Licht, das uns anstrahlte. Ich sah ein Quad, und daneben stand John Wayne.

"Wir sind von der Nationalgarde. Kommen Sie raus!", fauchte es auf Englisch.

"Können Sie sich ausweisen?", fragte ich durch das nunmehr geöffnete Fenster. Es war dunkel, es war eine der ersten Übernachtungen in Tunesien, und wir waren noch vorsichtig. John Wayne starrte mich an.

"Warten Sie!" schrie er. Dann drehte er sich um und zeigte rücklings auf einen arabischen Schriftzug auf seinem viel zu großen schwarzen Lederumhang.

"Lernen Sie!" befahl er. "Lernen Sie schnell!" Und weiter: "Was da steht heißt: Nationalgarde!" Dann drehte er sich um und rief: "Glauben Sie mir nun, dass wir von der Nationalgarde sind?"

"Ich bin mir nicht sicher" antwortete ich.

"Warten Sie!", rief er und trat nun vollends ins Scheinwerferlicht. Umständlich öffnete er die Knöpfe seines viel zu großen Umhangs, um dann nach dem letzten Knopf mit einer filmreifen Bewegung eine vollautomatische Pistole von der gefühlten Größe einer Zwillingsflak freizulegen.

"Glauben Sie mir nun, dass wir von der Nationalgarde sind?"

Natürlich nicht, dachte ich.

"Ja natürlich!", rief ich.

"Dann treten Sie vor das Auto!"

Nun bin ich auch in Stresssituationen ein durchaus streitbarer Mensch, aber momentan hatte John Wayne bessere Argumente.

Ich fragte ihn, ob ich mich noch anziehen dürfe. "Sie haben zwei Minuten!", rief er.

Das kann knapp werden, dachte ich, ich brauche im ausgeruhten Zustand schon zehn Minuten, um meine Sachen im Wohnmobil zusammen zu suchen. Aber außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Höchstleistungen, und so legte ich einen neuen Rekord hin.

Draußen nahm mir John Wayne wortlos unsere Pässe ab, und John Waynes Beifahrer zündete sich eine Zigarrette an. John Wayne blickte mir tief in die Augen, dann begann er, unsere Namen in sein Handy zu brüllen. Was nun folgte, war ein erstaunliches Beispiel dafür, wie Fahndungserfolge bereits an der Quelle zunichte gemacht werden. Es war etwa so, wie wenn man in Google nach Mercedes suchte und dazu den Begriff MERKREDERZ ins Suchfeld eintippte. Tausende weltweit vernetzter Fahndungscomputer warteten in diesem Moment auf aktuelle Suchanfragen, aber John Wayne ließ sie alle ins Leere laufen. Dabei schrie er in sein Handy, als wolle er sicherstellen, dass die Gegenseite ihn notfalls auch ohne Telefon hören konnte.

Dann standen wir da, sahen uns in die Augen, und John Waynes Beifahrer zündete sich die zweite Zigarrette an. Nach fünf Minuten meldete sich die Gegenseite, das Ergebnis fiel erstaunlich vorhersehbar aus.

"Dieser Platz ist nicht sicher! Sie folgen uns zur Wache, dort werden Sie die Nacht verbringen!"

Ich probierte Standardmaterial, erzählte von friedliebenden Touristen, friedlichen Ländern wie Tunesien, das wir müde seien nach einer langen Fahrt und ob wir nicht ausnahmsweise...

"Wir fahren vor, Sie folgen!", sagte John Wayne.

Nun war es so, dass wir bereits auf der Anfahrt zum Strand redlich Mühe mit einigen Weichsandfeldern gehabt hatten. Dass wir überhaupt hier gelandet waren, hatten wir ohnehin nur unserer Marotte zu verdanken, noch mindestens hundert Meter weiter zu fahren, nachdem sich alle anderen schon festgefahren hatten. Meistens gelang das, so auch heute, aber es war knapp gewesen. Mehr als einmal hatten wir uns festgefahren, aber dann war es mit Allrad und Pendelbewegungen am Lenkrad (zur Verringerung des Rollwiderstands) doch noch ein gehöriges Stück weitergegangen.

Das alles erzählte ich John Wayne, aber er kannte keine Gnade. Er jagte uns den selben Weg zurück, den wir gekommen waren, und da fing das Ganze plötzlich an, mir auf den Zeiger zu gehen. Nun denn, dachte ich, morgen wollte ich ohnehin auf den Strand fahren, Luft ablassen, Sandbleche legen und alles einmal ausprobieren, bevor wir die Pisten im Süden Tunesiens angingen. Wir hatten Zeit, die Nacht war noch jung, und der Teufel ritt mich. Ich beschloss, die Übung vorzuziehen.

Ich schaute aus dem Fenster, sah den imaginären großen Stein, der wohl gerade vom Himmel gefallen sein musste, und hielt an. Ich lenkte zur Seite, gab Vollgas, ließ die Kupplung kommen und fuhr den Karren mit singenden Rädern bis an die Achsen in den Sand. Dann sprang ich aus dem Auto und rief nach Allah.

John Wayne wendete sein Playmobil, parkte neben uns, stieg umständlich ab und fragte, was los sei. Ich schoss Wortsalven ab, die eine Menge A- und F-Wörter enthielten, aber in diesem schönen Land auf dem Weg nach draußen auf wundersame Weise durch friedfertige Synonyme ersetzt wurden. Vielleicht war das ja auch besser so.

Ich erklärte John Wayne, was zu tun sei: Schaufel holen, buddeln bis der Arzt kommt, dann Sandbleche legen und ab dafür, geschätzte Dauer etwa zwei Stunden, ohne Pause. John Waynes Beifahrer machte sich eine Zigarrette an.

Dann kroch ich unter den entgeisterten Blicken von John Wayne unter den Wagen und fing langsam an, Sand nach außen zu schieben.

John Waynes Handy klingelte, er schrie kurz hinein, legte auf, dann sah ich seine Stiefel um den Wagen schleichen. Nach zehn Minuten klingelte das Telefon erneut, John Wayne schrie hinein, etwas leiser, so schien mir. Ich kroch nach draußen und löste die Sandbleche. Dann schob ich sie so unter die Räder, dass sie beim ersten Auffahren auch garantiert zur Seite flogen, und sie gehorchten aufs Wort, als ich losdonnerte.

"Ich muss tiefer buddeln", sagte ich, "Und das wird bestimmt noch eine Stunde dauern." John Wayne telefonierte, noch ein wenig leiser, wie mir schien, und John Waynes Beifahrer zündete sich eine Zigarrette an. Ich kniete mich neben die Hinterachse und begann, erneut eine Fahrspur zu schaufeln. Als das erledigt war, holte ich tief Luft, sah John Wayne an, dann kroch ich keuchend unter den LKW. Spaß hin oder her, immerhin war der Wagen ernsthaft festgefahren, und wenn wir überhaupt jemals wieder irgendwo fahren wollten, dann blieb mir gar nichts anderes übrig, als jetzt fleißig weiter zu schaufeln, und das tat ich dann auch.

John Wayne schlich weiter um das Auto, dann blieb erstehen und schrie: "Komm raus!".

Na gut, dachte ich, ich habe eh keine Lust mehr. "Ich mache weiter!", rief er. Damit nahm er mir die Schaufel ab, kroch unter den LKW und fing an zu buddeln. Nach zehn Minuten löste ich ihn ab, wir hatten nur eine Schaufel. John Waynes Beifahrer kam auch an die Reihe, aber nach drei Minuten musste er aufhören, er hatte schon lange keine mehr geraucht. Irgendwann lag ich mit John Wayne gemeinsam unter dem LKW und sah ihm beim Schaufeln zu. Dann klingelte John's (so nannte ich ihn mittlerweile in Gedanken) Handy, recht kleinlaut sprach er kurz hinein, dann legte er auf. Bei mir klingelte auch etwas. Der hier vor mir keuchte war kein Nationalgardist mehr, sondern ein stämmiger, tunesischer Kerl, der mir half, den Wagen wieder flott zu kriegen. Und ich war auch kein Tourist mehr, sondern ein dusseliger Autofahrer, der seine Karre in den Dreck gefahren hatte. Und da hörte ich auf mit dem Theater.

Ich sagte zu John: "Komm, raus hier." Dann erklärte ich ihm, dass ich die Luft aus den Reifen lassen würde.

"DIE LUFT AUS DEN REIFEN LASSEN??" schrie er entgeistert. Ich machte noch ein bisschen Voodoo und sagte: "Ja, aber nur links, rechts scheint mir der Sand eine Spur tragfähiger zu sein." In Wahrheit war es so, dass der Wagen beim Festfahren mit beiden rechten Rädern von der Sandpiste auf das etwas tiefer gelegene Tangfeld gerutscht war und nun schräg stand. Und in Wahrheit war es außerdem so, dass ich eigentlich Schiss hatte, dass er irgendwann noch weiter kippen würde.

Ich fing vorne links an, die Luft abzulassen. Insgesamt würde das etwa eine gute dreiviertel Stunde dauern.

"In fünfzehn Minuten sind wir hier raus", sagte ich zu John. Das würde den Effekt ab der sechzehnten Minute noch einmal erhöhen, irgendwie konnte ich es dann doch nicht lassen.

John Waynes Beifahrer wollte auch etwas tun, er nahm mir die Taschenlampe aus der Hand und leuchtete auf den Reifen. Nun sah ich zwar das Ventil nicht mehr, aber der gute Wille zählt ja bekanntlich auch.

Irgendwann hatte ich genug Luft (und auch Dampf) abgelassen. Ich stand auf, warf die Sandbleche zur Seite, starte den Motor und fuhr das Auto wie auf Schienen auf festen Boden. Irgend jemand applaudierte.

Ich hielt den Wagen an, dann fing ich an, die Reifen über die Reifenfüllanlage wieder aufzupumpen. Das würde bestimmt eine halbe Stunde dauern, wusste ich.

"Das dauert bestimmt eine halbe Stunde", sagte ich. John nickte. Bine kochte Kaffe, John zeigte uns Bilder von seiner Familie, und Johns Beifahrer steckte sich befriedigt eine Zigarrette an. Dann fuhren wir gemeinsam zur Wache der Nationalgarde.

Dort angekommen stieg ich aus. John Wayne baute sich vor mir auf und rief: "Sie sind nun in Sicherheit." Er drückte mir mit seinen Handschuhen die Hand und wünschte uns eine gute Nacht. In diesem Moment kam ein goldbehangener Uniformierter aus der Baracke. John Wayne stammelte etwas auf arabisch, und der Chef hielt direkt auf mich zu.

"Was war los?" rief er.

"Monsieur", sagte ich, "wir hatten uns mit unserem LKW festgefahren, aber dank der vorzüglichen Hilfe Ihrer Männer konnten wir das Auto wieder befreien. Und da sind wir nun, man hat uns angeboten, hier zu übernachten."

Er schaute zu John Wayne, der schaute zu mir, ich schaute zu Bine, der Lamettakönig legte kurz den Kopf zur Seite, nickte und ging zurück in sein Büro.

John kam auf mich zu. Er reichte mir erneut die Hand, diesmal hatte er die Handschuhe ausgezogen.

"Danke." sagte er. "Willkommen in Tunesien." Er nahm mich in die Arme, drückte mich kurz, aber heftig, und dann ging er ins Haus, mit einem Schritt, bei dem John Wayne in Ehrfurcht niedergekniet wäre.

John Waynes Beifahrer stand auf der Veranda, sah in den Himmel und rauchte.


- - -

Anmerkung 1
Luft ablassen hilft wirklich, man muss sich nur überwinden, früh genug damit anzufangen. Rückblickend lässt sich sagen, dass es auch bei unseren früheren Reisen bislang keine Situation gegeben hat, aus der wir uns nicht mit weichen Reifen hatten befreien können. Sandbleche waren bisher eigentlich nicht erforderlich gewesen, sie sehen am Auto aber megacool aus.

Anmerkung 2
Die Nationalgarde hat aktuell u.a. die Aufgabe, das Problem mit afrikanischen Bootsflüchtlingen in den Griff zu kriegen, die von Tunesien aus in Richtung Italien ablegen. Über die Art und Weise kann man nachdenken, das Problem ist aber da. Tags zuvor hatten wir noch mit einem tunesischen Fischer gesprochen, der sich darüber wunderte, dass die Holzboote seiner Kollegen in den letzten Jahren immer größer geworden seien, obwohl der Fischfang doch deutlich zurück gegangen sei. Es zeigt sich wieder einmal, dass es hinter allen Nachrichten, die uns in Deutschland als Werbeunterbrechung serviert werden, immer noch eine Story gibt. Wir hören meistens nur den Zweizeiler, dahinter stecken aber manchmal ganze Bücher. Man muss nur hinschauen.

Wir alle werden uns in Zukunft wohl daran gewöhnen müssen, etwas von unserem Überfluss abzugeben an diejenigen, die weniger haben. Und es muss auch klar sein, dass ein solches Problem, das nicht nur Länder, sondern Kontinente überspringt, nicht mehr in einem einzelnen Land allein gelöst werden kann. Momentan habe ich allerdings eher den Eindruck, dass einige Wenige den Karren aus dem Dreck schaufeln wollen, während der Rest drumherum steht und mit wichtiger Miene auf die Reifen leuchtet.

Wie dem auch sei: Hallo Tunesien, wir kommen, die Welt ist schön. Vorausgesetzt natürlich, man wurde auf der richtigen Seite des Zauns geboren.
Category: Frankreich
Posted by: sabine
Da wir noch unsere Eltern in Erftstadt (Köln) und Saarbrücken besucht hatten, starten wir unsere Reise im französischen Forbach, überqueren im Gotthard-Tunnel die Schweizer Alpen, fahren über Milano bis nach Genova (Genua) und dort direkt in den Fährhafen.

In Berlin hatten wir versucht herauszufinden, was uns der Autobahn-Spaß für unseren Campingcar-LKW in Frankreich, Schweiz und in Italien kosten würde - vergeblich. Hier also die Info für diejenigen, die mit einem ähnlichen Auto die Strecke fahren:

Autobahninfos Frankreich - Schweiz - Italien

- Péage in Frankreich auf dem Streckenabschnitt Metz - Strassbourg (ansonsten frei): 10,60 Euro
Diesel kostet aktuell 1,02 Euro, wenn man die Autobahn für ein größeres Einkaufszentrum verlässt. An der Autobahn selber kostet Diesel auch gerne 1,18 Euro, dafür kann man auf den Autobahn-Raststätten kostenlos und gut übernachten.

- Schwerlastabgabe (PSVA) in der Schweiz: man kann für 25 Euro einen Tag durch die Schweiz fahren. Jeder weitere einzelne Tag kostet dann aber wieder 25 Euro. Wir wählten die zweite Möglichkeit: für 32 Euro ein "Zehnerticket".
Übernachten auf Rastplätzen mit Restaurant kostet 16 Euro. Das haben wir uns gespart und haben auf einem kleinen Rastplatz kostenlos gestanden.
Die Schweizer Grenzbeamten sind sehr freundlich und erklären geduldig immer wieder ihre eigenen Formulare. Genauer kontrollieren wollten sie unseren LKW nicht.

Einen lustigen Trick haben die Schweizer: Wenn es eng wird in den Tunneln (vor uns gab es angeblich einen Erdrutsch nahe des Gotthard-Tunnels), werden die LKW auf Rastplätze geleitet und dort in mehreren Spuren geparkt. So sollten wir 4 Stunden warten, aber kaum hatten wir leckere Ravioli auf dem Herd stehen und ein gemütliches Gespräch mit den rumänischen Truckern im italienischen Feinkost-LKW hinter uns angefangen hatten, gings natürlich schnell schnell weiter. Aber Ravioli schmecken auch auf dem Bock ganz köstlich.

bi

- Italienische Maut: bis Como 1,80 Euro, bis Milano 2,50 Euro und bis Genua 8,10 Euro. Insgesamt also 12,40 Euro.
Übernachtet haben wir hier nicht, aber dafür gabs in einem Autogrill (tolles Wort!) ein schreckliches Sandwich für 5 Euro und mehrere super Kaffees für 1,20 Euro. Kaffee ist wahrscheinlich als italienisches Grundnahrungsmittel staatlich subventioniert.

Fähre Genua - Tunis

Im Fährhafen Genua kann man, wenn auch nicht schön, so doch kosten- und problemlos übernachten.

Die Fähre Genua - Tunis kostete one-way / einfach 406 Euro für den LKW und uns zwei Personen im Pullmann-Sessel, also ohne Kabine. Hin- und zurück ist nicht günstiger, als die Tickets einzeln zu kaufen. Die Fähre startet Mittwochs um 18.00 Uhr und Samstags um 15.00 Uhr. Die Tickets lassen sich im Voraus problemlos im Internet buchen, man kann sie aber auch vor Ort kaufen. Unser LKW ist 4,20 m hoch und passt gut hinein. Die Länge scheint keine Rolle zu spielen; auf unserem Ticket standen 5 Meter, obwohl wir bei der Buchung die richtigen 6,20 m angegeben hatten. Die Überfahrt dauert nach Plan 24 Stunden, wir hatten ruhige See und waren nach 22 Stunden in Tunis.

bo

Die Grenzformalitäten in Tunis sind übersichtlich. Schon auf dem Boot bekommt man die notwendigen Papiere zum Ausfüllen. Im Hafen reichte den tunesischen Zöllnern schon ein Blick in den LKW. Glück für uns und unseren Alkoholvorrat. Nach 20 Minuten entspannter Zollabfertigung standen wir vor den Hafentoren und auf tunesischem Grund.

Alle orientalische Gelassenheit endet allerdings beim verlassen der Fähre. Hier herrscht Krieg. Jeder Millimeter wird ausgenutzt, wer hupen kann, hupt und zum Schimpfen brauchts keinen Grund. Der kleinste Peugeot legt sich mit uns an, erstaunlich, wird er doch gegen uns verlieren. Bodo machts Spaß und ist fast enttäuscht, als wir in Tunis in den ersten Kreisverkehr einbiegen. Die Tunesier fahren nämlich, kaum aus dem Hafen, für südliche Verhältnisse sehr entspannt.

Von Berlin über Köln, Saarbrücken und all die Stationen bis Genua haben wir 1405 Km auf dem Tacho. Und wir freuen uns jetzt auf Sonne, Sand, Meer und den tunesischen Dieselpreis von 0,47 Euro den Liter.

see