Reiseberichte

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31/01: Diebe! Diebe!

Category: Spanien
Posted by: sabine
Aufwachen auf dem Parkplatz direkt vor dem Supermarkt, ein gutes Frühstück, gerade wollen wir losfahren, da macht mich irgendwas aus dem Augenwinkel stutzig. Ich schaue genauer hin, tatsächlich, da hat uns jemand über Nacht zwei Kanister geklaut. In einem Kanister befanden sich fast unsere gesamten Vorräte an Petroleum für die Lampen, im anderen ein guter Teil des Spiritus, den wir für unseren Kocher brauchen. Bodo bleibt gelassen, aber ich ärgere mich wahnsinnig. Das war so mühselig, dieses Zeug in Deutschland in den Mengen zu bekommen und wie jetzt in Spanien daran kommen, keinen Schimmer. Wir stellen uns vor, wie irgendein Idiot (oder besser zwei) den angeblichen Diesel in sein Auto kippt, startet und fassungslos seiner Maschine beim krepieren zuschaut.
Wir fahren Kaffee trinken, um uns (oder besser: mich) abzuregen und anschließend an den Strand, wo Bodo den LKW optimiert und ich den Shelter putze, auf Bettzeug und Teppiche einschlage, bis die Sonne untergeht.
Category: Spanien
Posted by: sabine
Category: Spanien
Posted by: sabine
Wir schlafen aus, die beiden letzten Tage waren lang, die Nächte zu kurz. Urlaub kann sooo anstrengend sein. Als wir um 11.30 Uhr endlich den Kopf aus dem Shelter stecken, erwartet uns Chaos. Die am Wochenende dünn beparkte Straße platzt unter dem Berufsverkehr, Männer mit grellorangenen Jacken versuchen mit entschlossenen Handzeichen und einem großen Bund Autoschlüsseln (wie kann man eigentlich sein Auto abends wieder finden, wenn ein Parkwächter alles umparkt?) dem Chaos Herr zu werden. Und wir mittendrin, blockieren mit unserem LKW drei Parkplätze und haben dank guter Isolierung nichts von dem ganzen Lärm mitbekommen.

Aber wir sind in Spanien, alle bleiben gelassen, und wir machen, dass wir wegkommen. Auf Richtung Ronda, da wollte ich eh immer mal hin. Nach einer wunderschönen Tour durch das verschneite Naturschutzgebiet der Sierra des los Nieves parken wir am Bahnhof von Ronda und machen uns auf den Weg, die Stadt zu erobern.

Ab 711 in arabischer Hand, war Ronda im Nasridenreich ein strategisch wichtiger Grenzposten. Aus dieser Zeit stammt viele Häuser, einige Paläste und auch „La Mina“, eine Treppe zu einem Brunnen mit 232 Stufen und laut Reiseführer „nichts für Herzkranke und Klaustrophobe“. Während der maurischen Herrschaft durften vor allem christliche Sklaven hier das benötigte Wasser holen. Während der Reconquista schickte Isabella von Kastilien die Ketten der befreiten Sklaven nach Toledo, wo sie noch heute an den Mauern der Kirche San Juan de los Reyes zu bewundern sind.

Ronda liegt auf einem Hügel und wird durch eine 100 bis 180 Meter Tiefe Schlucht namens Tajo in zwei Teile getrennt. Nachdem einige Architekten gescheitert waren, baute Martín Antonio Aldehuela die spektaluläre Puente Nuevo (siehe Foto). Kurz vor Beendigung der letzten Handgriffe stürzte er in den Abgrund und böse Zungen behaupten, die Brücke hielt erst nach dem Tod des Erbauers. Der mittlere Bogen wurde ursprünglich als ausbruchsicheres Gefängnis gebaut, Ronda war immer Mittelpunkt von Banditenbanden und Schurkengangs. Heute im vergnüglichen Medienalter ist dort ein Bar, die im Winter aber leider geschlossen ist.

1913 verbrachte Rilke den Winter in Ronda, drei Monate im Zimmer 208 des Hotel Reina Victoria. „Auf zwei Felsmassen hinaufgehäufte Stadt!“ schrieb Rilke damals (und 31 Zeilen der sechsten Duineser Elegien) und Ronda ist so stolz darauf, dass nach unserer Zählung heute ein Platz, eine Straße, eine Bäckerei und eine Fahrschule seinen Namen tragen.

Noch stolzer ist Ronda allerdings auf seine große, doppelstöckige Stierkamparena, in die 5000 Menschen passen. Hier ist der Ursprung der Torero-Dynastie der Romeros und auch Carmen spielt in dieser Arena. Madonna wollte ihr Musikvideo zu „like a virgin“ in der Arena von Ronda drehen, aber die Stadtväter spielten da nicht mit und sie musste mit Antequera vorlieb nehmen.

Ronda gefällt uns sehr gut, und wer mal in der Nähe ist: unbedingt hin fahren!
Category: Spanien
Posted by: sabine
Sierra de los nieves Sierra de los nieves

Im Naturpark unterwegs: Berge, Schnee, Natur pur. Zwischendrin einige Spanier, die verzückt Schneemänner bauen und sie blau (??) einfärben.

Category: Spanien
Posted by: sabine
Hafen im Abendlicht Pulpo frisch vom Grill
Category: Spanien
Posted by: sabine
Komm, sagt Bodo, lass uns einen Spaziergang machen. Ich weiß, was er im Sinn hat, er möchte zum Yachthafen und Boote gucken. Wir stiefeln also los, immer am Wasser entlang, bis Malaga aufhört und dann wieder zurück. Die Sonne strahlt am wolkenlosen Himmel bei 18 Grad im Schatten. Den Yachthafen finden wir nicht, schauen aber bei der Zubereitung von Pulpo (Tintenfisch) zu, sammeln Muscheln, trinken frisch gepressten Orangensaft und ich nerve Bodo ständig, wie weit es noch ist bis zum LKW und den versprochenen Spaghetti.
Category: Spanien
Posted by: sabine
Ich hab heute Geburtstag, darf mir wünschen, wie wir den Tag verbringen, und ich will Flamenco! Also erst mal ein ausgedehntes Frühstück auf unserer Lieblingsklippe bei Nerja, mit allem Drum und Dran. Käse aus Manchego, Schinken aus Serrano, Cafes con Leche, dazu frische Tomaten, Paprika, Avocados. Telefonieren mit den Lieben daheim, ach, Heimat. Dann fahren wir nach Malaga, denn in der Wochenendausgabe von El Sur waren hier mehrere Tablaos aufgeführt.

In Malaga finden wir schnell einen Parkplatz und erkunden die Stadt zu Fuß. Malaga verblasst, touristisch gesehen, neben den anderen großen andalusischen Städten. Zwar gibt es einen großen Hafen, einen ordentlichen Palast, eine hübsche Altstadt und die Kathedrale „La Manquita“ (die kleine Einarmige, weil ihr zweiter Turm seit Jahrhunderten nicht fertig wird), aber alles sympathisch unspektakulär. Am Hafen befinden sich zwei recht große, aufwändig mit exotischen Pflanzen angelegte Parks mit subtropischem Ambiente und dauerzwitschernden Kleinvögeln. Natürlich gibt es eine große Stierkampfarena und ein reiches kulturelles Angebot mit einer landesweit bekannten Philharmonie. Malaga musste während des spanischen Bürgerkrieges sehr leiden, eigentlich wurde es platt gemacht und dann leider oft im damals schicken Nachkriegsbetonbau wieder errichtet. Heute wird versucht, Touristen in die Stadt zu locken. Erst vor kurzem hat man entdeckt, dass tatsächlich Picasso in Malaga geboren wurde, suchte sein Geburtshaus und renovierte es aufwändig. Mit alten Pferdekutschen wollte man die Passagiere der oft hier Station machenden Kreuzfahrtschiffen von Bord locken. Leider blieben die meisten an Bord und preferierten das Abendbuffet.

Außer den zahlreichen Sprachschülern sind wenige Touristen unterwegs und man merkt, dass die Malagueños nicht so recht an Fremdenverkehr gewöhnt sind. Als typische Andalusier sind sie sehr relaxed, nicht zuvorkommend, aber unheimlich freundlich, wenn man etwas fragt oder möchte. Wir fühlen uns sehr wohl in Malaga, es ist, um den etwas abgenutzten aktuellen Begriff zu verwenden, authentisch.

Unser Parkplatz ist praktischerweise fast neben dem Tablao. Wir brechen gegen 23.00 Uhr auf, die Flamencos sind immer ziemlich spät unterwegs. Aber das Tablao ist geschlossen, es gab Ärger mit den Anwohnern. Wahrscheinlich ist der Tanzboden nicht ganz freischwingend gelagert und das gibt einen Höllenlärm von den nagelbeschlagenen Sohlen der Tanzschuhe. Karin, unsere Flamencolehrerin aus München, kennt die Problematik ? Mittlerweile ist es 0.30 Uhr, wir nehmen den Nachtbus, der voll ist von Teenagern in bauchfreien Tops, Dreiviertelhosen und Flipflops, alles vorzugsweise in rosa. Lässig kaugummikauend, versuchen sie bei 8 Grad in diesen Klamotten cool auszusehen. Was für ein Alter!

In der Avenida de los Guindos finden wir das das „Flamenco Vista Andalucia“, wir sind fast die ersten Gäste. Gegen 1 Uhr treffen die Künstler ein, noch in Jeans und ungeschminkt, das kann dauern. Egal, das Lokal füllt sich, die Stimmung ist schon gut, wir werden direkt neben die Bühne gesetzt. Um 1.30 Uhr geht’s los mit Gitarrist, Sänger, Palmas (Klatschen), Tänzer und Tänzerin. Und sie sind alle gut, kommen aus Familien, in denen die Kinder singen und tanzen vor reden und stehen lernen. Die Tänzerin ist aufgerüscht in rot und weiß, mit Kamm und Ohrringen, wie sich das gehört. Der Tänzer trägt einen weißen Anzug und eine schwarze, lockige Mähne. Beim Tanzen wirft er sich in die Brust, schleudert feurige Blicke und herausfordernde Gesten. In den Pausen lacht er viel und sieht absolut tuntig aus.

Amtlich, das alles, wir sind fasziniert, das Publikum ist jung, ruft „olé, „alli“ und „guapa“. Manchmal ziehen die Tänzer jemanden vom Publikum auf die Bühne und, es ist unglaublich, alle können mittanzen. Eine süße 15jährige mit Schmollippe, am Tisch hinter langem Pony und dickem Woll-Rollkragenpulli versteckt, strafft auf der Bühne die Schultern, wirft die Haare zurück und schmeißt sich in Pose, um dann wieder auf ihrem Stuhl in ihre Alterstrotzigkeit zu versinken. Viele werden auf die Bühne gezogen, auch ich bin mal dran und trage als hüftsteife Deutsche auch was zur allgemeinen Belustigung bei.

Um 2 Uhr gibt ein hübscher Kerl im offenen Hemd eine gefühlvolle Gesangsdarbietung mit Playback, das Publikum tobt, selbst Bodo ist beeindruckt. Wir bleiben, weil irgendwie alle bleiben, auch nach Ende der Show sitzen und siehe da, um 3 Uhr geht es wieder von vorne los, Tanz, Gesang, die gleichen Künstler mit etwas anderem Programm. Erste gegen 6 Uhr stehen wir wieder draußen, die Vögel zwitschern, der Morgen bricht an.

28/01: Olé! Guapa!

Category: Spanien
Posted by: sabine
Category: Spanien
Posted by: sabine
Spegileier Vollansicht Vollansicht

Ein alter Hut, aber immer so lustig, die Speisekarten: links die Spegileier mit Lasch, rechts die Anbindung an den Host...
Category: Spanien
Posted by: sabine
Wir besuchen die Höhlen, obwohl die Reiseführer dezent vor einer „romantischen, man könnte sagen: kitschigen Atmosphäre“ (ADAC) warnen. Vielleicht wurde die Inszenierung erneuert, aber wir finden weder klassische Musik noch farbige Lichter vor, sondern eine unglaubliche Kulisse von phantasievollen steinernen Gewächsen und mächtigen Orgeln vor gespenstischen Schatten. Hier muss sich Gaudi einige Anregungen für seine Sagrada Familia in Barcelona geholt haben. Giga ist wahrscheinlich gleich für ein paar Wochen hier eingezogen.

Die Höhle wurde erst 1959 zufällig von ein paar Jungs beim Spielen entdeckt, die gleich am Eingang auf menschliche Knochen stießen und sich wahrscheinlich schön gegruselt haben. Tatsächlich wohnte hier vor einigen tausend Jahren eine prähistorische Familie, hat es sich mit einem Feuerchen gemütlich gemacht, ein paar Wände bemalt und Steine angespitzt, nichts ahnend, welches Entzücken sie damit 20.000 Jahre später bei ein paar Forscher auslösen würden.
Category: Spanien
Posted by: sabine
Tropfsteinhöhle von Nerja

Die Tropfsteinhöhle von Nerja: 100 Meter lang, 50 Meter breit und teilweise über 30 Meter hoch.

Die zentrale Säule ist mit 32 Metern Höhe und 13 x 7 Metern Grundriss die größte ihrer Art und steht im Guinessbuch der Rekorde. Hier gehts zur Saeule

24/01: Schafstreffen

Category: Spanien
Posted by: sabine
Schafe und noch mehr Schafe Aloe Vera
Links: Bei einer Schlucht-Wanderung in der Sierra Nevada hat die Herde die besseren Argumente für Vorfahrt. Wir werden vom Hirten ausgeschimpft, weil wir wie dumme Schafe mitten im Weg stehen, die Kamera vorm Auge.
Rechts: Aha, da kommen also die kleinen Aloe-Vera her. Bine als Pflanzenkundlerin.
Category: Spanien
Posted by: sabine
Von wenigen schönen Plätzen abgesehen, kann man sich die gesamte spanische Mittelmeerküste sparen. Das ist eine harte Erkenntnis, die wir uns mit jedem der über 600 Kilometer erfahren haben. Allein der an der Küste verbaute Beton könnte reichen, Mallorca in allen Details einmal nachzumodellieren.

Eine Ausnahme ist Nerja, eine mittelgroße Stadt mit einem hübschen Stadtkern, lebendig, freundlich, sonnig. Nerja ist so, wie sich Touristen eine andalusische Stadt am Mittelmeer wünschen und zu 25 Prozent in englischer Hand. Verwinkelte Strände, weiße Häuschen vor dem Panorama der Sierra Nevada, hier machen wir ein paar Tage Urlaub, trinken Kaffee und sitzen am Strand. Abends fahren wir zurück zu unserer Klippe und beobachten die Möven am menschenleeren Strand.

Manchmal schaue ich aufs Meer und wünsche mir nichts, erwarte nichts. Wenn das doch immer so sein könnte! Aber schon wenige Minuten später lockt ein Cafe con Leche, ein Fotomotiv, ein Reiseziel, ein Reisprojekt. Hach.

23/01: Zeitvertreib

Category: Spanien
Posted by: sabine
Buchhandlung Der Denker
Nerja verfügt über Europas größte Secondhand-Buchhandlung, zumindest nach eigener Aussage. Sogar BBC war schon da! Und jetzt sind wir da und lieben diesen Laden. Kleine, verwinkelte Zimmer in allen europäischen Sprachen mit Treppen dazwischen, unübersichtlich, chaotisch, billig, unwiderstehlich.
Daneben: Bodo in Denkerpose. Was er wohl grübelt?
Category: Spanien
Posted by: sabine
Balkon von Europa
Schlaue Nerjianer: auf einem vorstehenden Felsen bauten sie ein Podest, nannten es "Balkon von Europa" und machten es zum Mittelpunkt aller Reiseprospekte. Alfonso XII machte bei seinem Besuch 1885 anlässlich eines tragischen Erdbebens (600 Tote in Spanien, davon 1 in Nerja) diesen Balkon berühmt.
Category: Spanien
Posted by: sabine
Gewitterstimmung heute auch bei uns, trotzdem macht sich Bodo tapfer an das Wassersystem. Wir haben uns eine Lösung mit Fußpumpe ausgedacht. Der Hersteller eben jener Fußpumpen meinte, es sei kein Problem mit dem Druck, aber da irrte er. Jetzt müssen wir das irgendwie umbauen, damit wir unseren 400-Litertank auch nutzen können. Dazu fährt Bodo unseren MAT abwechselnd vorne und hinten auf einen Felsen, damit die paar Liter Testwasser schön hin– und herlaufen. Derweil muss alles Zeug raus, was auf und unter dem Bett liegt, eine Menge ist das. Ich bewache den Stapel, lese und winke zurück, wenn sich wieder einmal Leute über uns freuen und uns anlachen. Die Sonne strahlt bei über 20 Grad im Schatten, während Deutschland im sibirischen Winter zittert.
Category: Spanien
Posted by: sabine
Küste vor Nerja Sonnenuntergang
Sonnenuntergang von Weltklasse
Category: Spanien
Posted by: sabine
Wir verlassen Campingplatz und Katze, kein Pardon! Weit kommen wir allerdings nicht, schon zwei Kilometer später stehen wir wieder, am schönen Strand von Calahonda. Wir beobachten Gleitschirmflieger, die direkt über unserem LKW ihren Landeanflug starten und neben uns landen. Sie sind aus Deutschland und Paul, der diese Reisen organisiert, fliegt regelmäßig im andalusischen Winter. Er nutzt die heute eher mäßigen Aufwinde so geschickt, dass er stundenlang in der Luft bleiben könnte – wenn nicht seine schon nach 20 Minuten gelandeten Schüler so lange auf ihn warten müssten.

Am Strand treffen wir auch Udo aus Hamm. Er hat seine Wohnung in Deutschland aufgegeben und lebt in seinem selbst ausgebauten Mobil. Sein Camper steckt voller Holz, Halbedelsteine, Traumfänger und Vogelflügel. Udo selbst ist ein sanfter und geschmeidiger Mann, dem man seine 62 Jahre nicht ansieht. Er steckt voller Ideen, schwärmt vom Meditieren auf einem Kuhfell, der Bestrahlung von Wasser mit Himalayastrahlen und erzählt uns von seinen Wanderzirkus-Freunden. Es ist schwer, ihn nicht zu mögen.

Wir machen uns wieder auf den Weg und fahren ein gutes Stück. Hinter Motril biegt die Straße ab in die Berge, Richtung Granada und Sierra Nevada, aber es herrscht Gewitterstimmung dort und wir bleiben lieber an der Küste. Almunecar und La Herradura sehen wenig verlockend aus. Abends halten wir vor Nerja auf der alten, nicht mehr benutzten Klippenstraße und genießen einen Sonnenuntergang mit Tropenqualitäten.
Category: Spanien
Posted by: sabine
Udo, der Lebenskünstler
Category: Spanien
Posted by: sabine
Wir verbringen den Tag, Überraschung, im Internet. Wir schreiben Mails, lesen alle verfügbaren Zeitungen, stöbern in Auktionen und – wichtig! - bestellen noch für Marokko benötigte Dinge. Als Postadresse gilt der Campingplatz Don Cactus, deswegen sind wir eigentlich hier und werden in ein paar Tagen die Post dann abholen.

Der Campingplatz hat eine nagelneue Miele-Waschmaschine. Sie hat einen Münzeinwurf-Aufsatz, vier Funktionstasten, ein großes Display und einen von der Campingleitung entfernten und mit Silikon zugeschmierten Joystick. Die Anleitung zum Waschen steht in allen Sprachen auf großen Plakaten. Ich kann nicht widerstehen, klicke mich durchs Menü und schaue, was man alles so machen kann. Berufskrankheit. Es kommt, wie es kommen muss: ich stecke in einer Menü-Sackgasse, in der ich nur durch den nicht mehr verfügbaren Joystick herauskäme. Wenn ich abbreche (also den Stecker ziehe) ist mein Guthaben weg. Also trottele ich zur Rezeption und stelle mich doof. Sie schicken den blondgelockten Chefmechaniker, der mit langen Erklärungen die anwesenden weiblichen Reinigungskräfte mächtig beeindruckt (oder mit seinen Locken, wer weiß das schon?). Er zieht also den Stecker, ich bekomme noch mal genau erklärt, wie das geht und erhalte, juchhuh, zwei Freimünzen. Die nächsten Tage werden wir in wunderbar duftender Frischwäsche wandeln und mir geht auf, dass ich Doofstellen ins Reise-Repertoir aufnehmen muss. Im Job konnte ich das nie brauchen, da habe ich nur den Durchzug perfektioniert :)

Morgen möchten wir in die Sierra Nevada, vielleicht nach Granada, vielleicht woanders hin. Wer weiß?!
Category: Spanien
Posted by: sabine
Spanische Kampfkatze
Auf dem Campingplatz macht die Revierkatze ihre Ansprüche deutlich. Aber sie ist auch sooo süß!

19/01: Don Katze

Category: Spanien
Posted by: sabine
Campingplatzleben: Wäsche, Geschirr, Körperpflege. Nachmittags baut Bodo den Ladestromverteiler ein. Wenn jetzt alles gut geht, spült die Lichtmaschine während der Fahrt Strom für Licht, Heizung, Kühlschrank, Laptop und Akkus in die Versorgerbatterie. Was für ein Luxus. Leider können wir das nicht testen, weil unser MAT schön stinkt, wenn er einfach so läuft. Unsere meist deutschen Campernachbarn finden uns jetzt schon merkwürdig genug und beäugen uns aus blauen Vorzelten mit blauen Stühlen und weißen Tischen auf blauen Planen. Haben wir da einen Trend verpasst?

Ich für meinen Teil finde uns nicht seltsamer als den John Cleese ähnelnden Kerl, der jeden Abend seine Taube spazieren führt oder der Typ, dessen Gesicht ich nicht kenne, weil er immer sein Wohnmobil mit kleinen Mikrofasertüchern poliert, wenn ich vorbeikomme.

Dafür hat sich eine spanische Kampfkatze unserer angenommen. Gegen eine geringe Schutzgebühr (ein Glas Würstchen pro Tag, wahlweise aber auch Couscous, Spaghetti Brot oder Paprika, sie ist da nicht wählerisch) werden konkurrierenden Katzengangs abgeohrfeigt. Uns gegenüber zeigt sie in von der Konkurrenz unbeobachteten Momenten auch mal ihre Schmuseseiten. Wie können wir nur je wieder von hier wegfahren?
Category: Spanien
Posted by: sabine
Campingplatz Don Cactus
Probleme trotz Sonne und Palmen: das tropft doch was...
Category: Spanien
Posted by: sabine
Aufwachen und Frühstück hier im Vorstadtnirwana. In der Werkstatt erwarten uns zwei neue Bremszylinder, ein ausgetauschter Simmering und eine Rechnung von satten 960 Euro. Aber unser MAT hat eben schon einige Jahre auf dem Buckel und an den Bremsen sparen, das ist wohl keine gute Idee.

Wir fahren auf die Autobahn, Richtung nächster Campingplatz. An diesem Abschnitt der Küste ist allerdings Steilufer angesagt. Wir finden einen schönen Campingplatz, der aber nur ein kaputtes Internetterminal besitzt, das, dem gewölbten grünen Bildschirm nach noch aus den 80ern stammen muss. Der nächste Platz liegt idyllisch zwischen den mittlerweile bekannte Plastikfolien-Gewächshäusern, hält einen Affen im Käfig, Hühner auf der Straße, kostet über 20 Euro pro Tag und nennt sich tatsächlich Don Cactus. Aber er ist direkt am Meer und, Himmel auf Erden, es gibt WiFi, also WLAN. Natürlich bleiben wir hier.

Bis spät Nachts sieht man in einer dunklen Ecke der Bar zwei Nerds nach langem Entzug: dicht um den Router gedrängt (kurze Reichweite...), den Kopf dicht über flackernden Laptop-Bildschirmen, hektische Tipperei, nervöses Augenzucken, leises „Internet, Mail, geil“ murmelnd.
Category: Spanien
Posted by: sabine
Auf ein Neues, ab in die nächste Werkstatt, Richtung Almeria / El Ejido. Wir schwimmen in einem Plastikmeer dorthin, durchpflügen eine hinter gelbschimmernden Planen verborgene See aus Tomaten, Paprika und Zucchini. Der Horizont, das Meer, die Gewächshäuser, alles verschwimmt zu einer einzigen glitzernden Fläche. Die Provinz Almeria gilt als Europas größtes zusammenhängendes Gemüse-Anbaugebiet und so prägen Bedürfnisse von Grünpflanzen die gesamte Gegend. Große Plakate werben für Handelsfirmen, für Herbizide und Hightecplanen. Da MAT (unser LKW) bis morgen in der Werkstatt bleiben muss, gehe ich zwei Lieblingsbeschäftigungen nach: Bus fahren und eine neue Stadt entdecken. Ich steige in den nächsten Bus nach Almeria und vertraue darauf, irgendwie schon wieder zurück zu finden. Bodo hält tapfer in El Ejido die Stellung.

Menschen aller Couleur bevölkern die Straßen der weit gestreckten und eineinander übergehenden Vororte: Arbeiter in ausgebleichten Baumwollhosen, Manager mit Handy am Ohr, kräftige Frauen mit kleingeflochtenen Zöpfen, mit Kopftuch, in rosa Jogginganzügen, in langen Kapuzenmänteln. Die Straßen entlang reihen sich kleine Ladengeschäfte für diese bunte Mischbevölkerung: afrikanische Friseure, arabische Metzger und vor allem Locutorios, Telefonläden, zum Kontakthalten zur Familie irgendwo auf der Welt. Komischerweise sind diese Läden meist in indischer Hand.

Almerià ist übersichtlich und doch abwechslungsreich. Im Osten wohnt die arbeitende Bevölkerung in kleinen, erstaunlich hässlichen Hochhäusern, im Norden residiert die Haute-Volee in repräsentativen Villen. Das Zentrum, eine klassische südspanische Medina, ist wunderschön und blüht mit jungem Publikum und liebevoller Renovierung der alten Häuser in den engen Gassen sichtbar auf. Hier finde ich auch die Kathedrale und das mit wunderschönen Kacheln verzierte Krankenhaus. Im Süden liegt der kleine Hafen mit den Fähren nach Marokko, während im Westen der arme Teil der Bevölkerung in Baracken und Höhlen haust. Das pralle Leben auf nicht mehr als 15 Quadratkilometern.

Über Nacht bleiben wir im Hotel, da MAT ohne Reifen in der Werkshalle steht. Den Sohn des Besitzers, ein leicht stotternder arabischer Spanier mit Bernsteinaugen, erinnert mein Name an seine verflossene Liebe in Berlin namens Sabine Fein. Kennt die jemand?
Category: Spanien
Posted by: sabine
Hopital in Almeria Kathedrale in Almeria
Krankenhaushof und Kathedraleportal - in allen Lebenslagen schöne Aussichten


Gitarre
Aha, wir kommen Richtung Andalusien: hübsche junge Männer spazieren Gitarre zupfend über die Rambla.

17/01: Garagentage

Category: Spanien
Posted by: sabine
Mat in Werkstatt
Unser MAT braucht neue Bremszylinder und wir sitzen solange im Trockenen...
Category: Spanien
Posted by: sabine
Tortosa, Valencia, Xàtiva, Elx und Murcia, das haben wir alles gestern passiert und quälen uns heute in Lorca am dunklen und kalten Morgen aus dem Bett, um früh in der hiesigen Mercedes-Werkstatt zu stehen, um unsere Bremsen zu überprüfen zu lassen. Seit Tagen flackerte die Warnlampe auf, jetzt brennt sie regelmäßig.

Ein riesiges Gelände, blitzneue LKWs in Reih und Glied, vier große Werkhallen erwarten uns und niemand ist für uns zuständig. Auf mehrmaliges Nachfragen erfahren wir mittags, dass unser Schicksal an einem Herrn im Maßanzug hängt, der uns am Morgen mit dem Handy am Ohr geflissentlich übersehen hatte, jetzt aber erstmal nicht verschwunden war. Danke, unser Geld werden wir auch anders los, denken wir uns und fahren direkt wieder auf die Autobahn nach Süden.

Abends in Roquetas de Mar, einer riesigen, jetzt verlassenen Touristenstadt, hier kann man im Ort direkt am Meer stehen! Das haben schon andere Camper vor uns entdeckt und so finden sich Wohnmobile aus Holland, Belgien, UK und Deutschland. Keine Spanier und auch keine Franzosen, mögen die kein Wohnwagenwohnen? Vielleicht halten sie diese Art des Wohnens für eine nordische Marotte. Aber selbst die anwesenden Nationen sind sich wohl in diesem Lebensstil nicht einig. Bodo und ich lästern über Plastikmohn hinter Spitzengardinen, eine Ehepaar vor unserem Fenster fragt sich laut „Sind das auch Camper?“.

16/01: Plastikküste

Category: Spanien
Posted by: sabine
Plastikküste
Glänzende Dächer von Gewächshäusern bedecken die halbe Provinz Almeria und machen es bei Sonne schwer, Meer von Land zu unterscheiden: daher der Spitzname Plastikküste.
Category: Spanien
Posted by: sabine
Wir verlassen Vilanova i la Geltru, eine Stadt, in die wir nie wollten, in die es uns einfach zwei Wochen lang verschlagen hat und die uns trotzdem freundlich empfangen hat. Da war zum Beispiel die Internetcafebesitzerin, die uns unter der Hand immer den USB-Stick mit Daten hat volladen lassen, fließend Französisch, Englisch und Spanisch sprach, aber von Computern wenig wusste. Oder der Busfahrer der Linie 2 Vilanova – Camping, ein respektabler Senior, der sich stets den Radiosender mit dem schlechtesten Empfang und der wenigsten Musik aussuchte und den alle Fahrgäste mit „Adios“ und „Gracias“ verabschiedeten, wenn sie ausstiegen. In dieser Buslinie erzählte mir einmal eine sorgfältig geschminkte ältere Dame mit Seidentuch und Brosche, ihr Vater käme auch aus Deutschland. Ich wunderte mich, denn sie hatte so gar nichts deutsches, schwärmte von Tango und alten Filmen. Und dann fiel mir ein: „Il Papa“, natürlich, wir sind ja Papst, wir Deutschen!

Das alles lassen wir jetzt hinter uns und weil wir auf all die Abschiedsgefühle was Neutrales brauchen, fahren wir Autobahn, Kilometer fressen, anhalten nur für einen katalanischen Cafe amb llet, der langsam zum Cafe con leche wird, je mehr wir uns Andalusien nähern.

14/01: Warten auf...

Category: Spanien
Posted by: sabine
Soviel mehr Glueck scheint uns die Woche nicht zu bringen. Bodo hat Ende Dezember Buecher in Deutschland bestellt, die einfach nicht eintreffen wollen. Gesund sind wir, aber weg koennen wir immer noch nicht.

Montag und Dienstag verbringen wir im Internetcafe, um eine neue Digicam zu finden. Die Olympus C 7070, die wir wollen, kam vor einem Jahr raus und gibt's nicht mehr. Die zweite Wahl, der Nachfolger C 8080, ist auch schon nicht mehr zu haben. Das ist eine ueble Marotte der Anbieter, so schnell die Modelle zu wechseln! Anfangen mit einer Spiegelreflex, der ganze Wahnsinn mit Objektiven, das ist uns zu teuer. Wir entscheiden uns fuer die Casio Exilim, drucken uns einige Adressen von Fotolaeden aus, die sie in ihren Prospekten oder Internetseiten haben und gehen auf die Suche. Was soll ich sagen, natuerlich gibt's auch die nicht mehr.

In der Nacht zu Mittwoch wurden wir auf dem Campingplatz von mehreren hochgeruesteten Hollandcampern eingekreist. Jetzt faellt uns wirklich die Decke auf den Kopf. Wir steigen ins Auto, fahren nach Sueden, lassen Kathedralen und Kloester aus mehreren Jahrhunderten rechts und links liegen und halten erst vor dem Mediamarkt in Tarragona. Laut ist es dort und rot, wie zu Hause, aber wir finden eine Olympus SP-500, eine Art kleine Schwester der C7070. Donnerstag und Freitag verbringen wir knippsend: Schifferboote in Camprilla, Sonnenuntergaenge in Cap Salou, Autopistas in Tarragona...
Category: Spanien
Posted by: sabine
Strandpromenade in Camprills
Ein Tag der Strandpromenaden: diesmal Camprills, ganz mondän. Unten links: Bodo ganz entspannt.
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Posted by: sabine
Strandpromenade in Tarragona
Ein Nachmittag in Tarragona. Wunderschöne Stadt, ganz romantisches Katalonien.
Category: Spanien
Posted by: sabine
Strandstrasse in Ametlla
Das "Fischerdörfchen mit Charme" (Reiseführer) haben wir nicht gefunden, dafür diese schöne Promenade mit Weltuntergangsstimmung an Horizont. Die Fischer im Hafen haben sich den Gewitterwolken nicht stören lassen und fuhren auf Fischfang. Und tatsächlich: die Sonne kam wieder vor.
Category: Spanien
Posted by: sabine
Vilanova Strand

Typisches Strandbild... hier beim Muschelsuchen in Vilanova



08/01: Out of Order

Category: Spanien
Posted by: sabine
Katastrophe der Woche: die Digicamera ist kaputt! Wir sind am Boden zerstoert. Einschicken koennen wir, klar, wir haben Garantie, aber dann trotzdem drei Monate keine Kamera. Also neue kaufen. Nur welche und wo?

Wir fahren noch zweimal mit Markus und Simone nach Barcelona. Die Sonne strahlt und die Stadt zeigt sich von ihrer Schokoladenseite. Ein Tag gehoert der Architektur, vor allem dem spanischen Modernisme, der hier Gaudi heisst . Wir sehen den bezaubernden Park Guell, die dschungelhaft organische Kathedrale der Sacrada Familia und diversen Fassaden, Tore, Laternen. Leider ist alles fuer Touristen durchorganisiert, Massen draengeln sich ueberall, dass einem wenig Musse bleibt, sich in diese Kunst zu versenken. Also ab ins Aquarium, das groesste weltweit, dass sich dem Mittelmeerraum widmet, wie der Prospekt verspricht. Die Aquarien sind nett, es gibt sogar Seepferdchen. Ein Becken ist so gross, dass man durch Tunnel hindurch gehen kann. Schollen rechts, Muraenen links, Thunfisch oben. Kinder kreischen, als ein 5-Meter-Hai vor der Glasscheibe verharrt. Was der wohl denkt?

Die naechsten Tage sind Bodo und ich verschnupft und verbringen Tage im Bett mit Niesen, Husten und anderen Unannehmlichkeiten. Tja. Die Apotheke ist zu Reisebeginn gut gefuellt, bleibt also nur Grippostat, Nasivin und abwettern. Ach ja, das Wetter, hier gilt anscheinend die Regel: zwei Tage Sonne, ein Tag Regen, Tags 12 Grad im Schatten, Nachts 3. Damit koennen wir gut leben.
Category: Spanien
Posted by: sabine
Nicht mehr und nicht weniger.