31/12: Silvester!
Markus und Simone aus Sigmaringen kommen mit weiteren Freunden nach drei Tagen Motorradrennen in Barcelona am Campingplatz von Vilanova an, so dass sich ein Trupp von vier Kastenwagen und zwei LKWs ergibt. Mitternacht stehen wir auf dem Panorama-Huegel. Die Stadtlichter und Leuchttuerme strahlen, aber um 0.00 Uhr bleibt der Himmel dunkel. Diese Spanier haben gar keine Feuerwerkkultur! Wir haben eine Tuete Kleinstknaller und leuchten bis nach Afrika :)
30/12: Gaudi-Laterne in Barcelona
Gaudi-Laterne in Barcelona auf dem Plaza Nouevo
30/12: Barcelona, Barcelona
Um in diese schon lange ersehnte Stadt zu kommen, sind eine halbe Stunde Bus, eine dreiviertel Stunde Zug und mehrere Stationen Metro faellig, einmal hin, einmal zurueck. Wir koennten auch mit dem Auto hineinfahren, aber Barcelona ist neben wunderschoener Altstadt, Architektur und Aquarium vor allem wegen seiner umtriebigen Diebe bekannt. Es heisst, es wird einem das Motorrad unter dem Hintern wegstibitzt. Also nehmen wir lange Fahrt auf uns und laufen einfach drauf los, unser neuerworbenes Wissen um die Geheimnisse des GPS nutzend und erkunden die Stadt. Unsere Theorie bestaetigt sich, dass man auch ohne Reisefuehrer das Wichtigste sieht, nur - es ist enttaeuschend. Der Miro-Park ist versifft und groesstenteils mit Brettern vernagelt. Die Stierkamparena steht entkernt und wartet darauf, zum schicken Einkaufszentrum umgebaut zu werden. Die klassischen Palaeste: in Renovierung, verrammelt, fuer zwei Jahre. Wir schwimmen mit dem Rambla-Menschenstrom und fahren frustriert wieder nach Vilanova.
Jetzt gehen wir daran, endlich aufzuraeumen. Die letzte Woche glich das Leben im Shelter einem kaleidoskopischen Schiebepuzzle. Preussische Ordnung muss her! Wir verstauen Erbsen, Linsen und Moehrchen, Milch und Schokolade, Traubensaft und Trockenobst, als gaebe es ausserhalb Europas nix zu essen. Noch mehr Kubikmeter nehmen nur unsere Buecher ein. Das meiste kommt unters Bett, den ganzen Tag dauert die Aktion. Wir haben so viele Sachen, die wir jetzt an Orten verstauen, an die wir so schnell nicht wieder drankommen, dass wir wahrscheinlich morgen vergessen haben, was genau alles in unserem Auto neben uns existiert. Egal, eine warme Dusche ruft und dann gibt's erstmal Abendessen.
28/12: Aufräumen...

also erstmal alles raus, dann anders wieder rein und dann wieder nix finden
28/12: Ruhe!

Bodo brütet über den Geheimnissen des GPS
28/12: Einparken, Duschen, Ruhe
Es ist wundervoll auf dem Campingplatz. Blauer Himmel schmeichelt dem Auge, Palmen rauschen im Wind, wir sonnen uns mit zahlreichen Katzen in gepflegt-restaurierter Finca-Atmosphaere. Ein Cafe con Leche in weissen Plastikstuehlen rundet das Klischee vom Spanienurlaub ab. Uns ists nach den letzten Tagen egal.
27/12: lost in Barcelona
Was bewegt eine Millionenstadt, ganz auf Strassenbeschilderung zu Richtungen, Autobahnen, Stadtteilen, naechsten Staedten oder wenigstens Sehenswuerdigkeiten zu verzichten? Ich muesste es vielleicht wissen, aber ich weiss es nicht. Mit ADAC-Karte, einem neuen GPS-Geraet, den Industriehafen als Peilung fest im Blick brauchen wir 4 Stunden, nur um auf der richtigen Strasse zu landen. Und wir wollen nach Afrika? Voellig entnervt und gestresst bleiben wir im Hafen von Vilanova i la Geltr, um erst morgen den Campingplatz zu suchen. Sicher ist sicher.
entlang Richtung Barcelona. Waehrend der franzoesische Teil charmespruehend mit typischer Balkonarchitektur ueber gepflasterten Gaesschen begeistert, steht man direkt hinter der spanischen Grenze auf Muelltueten zwischen Broeckelbeton. Das einzig troestliche sind die Benzinpreise: in Frankreich Richtung Sueden auf 115 Cent pro Liter Diesel steigend stuerzen sie hier auf 93 Cent ab.
In den letzten Tagen habe ich abwechselnd in franzoesisch, spanisch, englisch und katalan gelesen und geradebrecht, was eine babylonische Sprachverwirrung in meinem Kopf ausloest. Bei einfachsten Danke-fuer-das-Bier-Gespraechen breche ich in peinliches Gestammel aus: c«est tout, todo, aeh, tota, esta, thanks. Bloede Touristen, denken sich wahrscheinlich die Kellner.
In den letzten Tagen habe ich abwechselnd in franzoesisch, spanisch, englisch und katalan gelesen und geradebrecht, was eine babylonische Sprachverwirrung in meinem Kopf ausloest. Bei einfachsten Danke-fuer-das-Bier-Gespraechen breche ich in peinliches Gestammel aus: c«est tout, todo, aeh, tota, esta, thanks. Bloede Touristen, denken sich wahrscheinlich die Kellner.
24/12: Die franzoesische Kueste..

Kleines Städtchen an der weihnachtlich französischen Küste.
24/12: Meer!
Wir halten in Argeles nahe Perpignon direkt am Hafen. Bodo laedt mich ein zu Hirschragout mit Sicht auf Palmen und Sandstrand als einzige Gaeste des oertlichen Casinos. So hatte ich mir das vorgestellt :)
23/12: Fahren, fahren, fahren

23/12: zwischen Luxemburg und Lyon
fahren, fahren, fahren, zwischendrin tanken und Maut zahlen. "Koi Zeid", wie Herbert sagen wuerde, fuer diese schoene Gegend, wir kommen ein andermal vielleicht wieder. Wir wollen ans Meer! Die Naechte verbringen wir wieder auf einem Rastplatz in der LKW-Abteilung. Unser eigentlich grosses Expeditionsmobil wirkt so winzig gegen die riesigen Trucks der internationalen Transportfirmen. Wir werden interessiert beaeugt, aber in Ruhe gelassen.
Auch ich bin neugierig auf die Fernfahrerzunft. In den Shops gibt's alles fuer das professionelle Truckerfuehrerhaus: Kaffeemaschinen, Fernseher, blaublinkende Totenschaedel, Knight-Rider-Lauflichter und Sitzbezuege mit aufgedruckten Prachtweibern. Bodo erzaehlt von einer hei§en Blondine, die er in mehreren Trucks auf dem Beifahrersitz gesehen hat, was ihn zunaechst irritierte, dann aber zu dem Schluss fuehrte, dass es sich um eine lebensechte Puppe handeln muss. Hm, was machen jetzt wohl die Trucker, die echte Blondinen dabei haben? Vielleicht winken lassen, damit da keine Missverstaendnisse bei den Single-Kollegen aufkommen. Das geht natuerlich nur solange gut, bis die Puppen auch winken koennen. Blondinen-Eskalation...
Auch ich bin neugierig auf die Fernfahrerzunft. In den Shops gibt's alles fuer das professionelle Truckerfuehrerhaus: Kaffeemaschinen, Fernseher, blaublinkende Totenschaedel, Knight-Rider-Lauflichter und Sitzbezuege mit aufgedruckten Prachtweibern. Bodo erzaehlt von einer hei§en Blondine, die er in mehreren Trucks auf dem Beifahrersitz gesehen hat, was ihn zunaechst irritierte, dann aber zu dem Schluss fuehrte, dass es sich um eine lebensechte Puppe handeln muss. Hm, was machen jetzt wohl die Trucker, die echte Blondinen dabei haben? Vielleicht winken lassen, damit da keine Missverstaendnisse bei den Single-Kollegen aufkommen. Das geht natuerlich nur solange gut, bis die Puppen auch winken koennen. Blondinen-Eskalation...
01/12: Wohnen im Expeditionsmobil
| Blick aus dem Vorraum in den Wohnraum: links unsere Küchenzeile, geradeaus Bettbereich mit Sitzbank davor, rechts Tisch und Sitzhocker. In der Bank sind Kühlschrank und Heizung untergebracht. | ![]() |
| Blick vom Bett auf die Sitzecke: gemütlich, gemütlich! Hier lässt sich bequem schreiben, lesen, essen, alles. Unsere Wohnung ist sogar gross genug für Hausschuhe (unterm Tisch erkennbar)! | ![]() |
| Blick von Sitzbank auf Küche: selbsterdachtes Küchensystem mit Euronorm-Kisten. Als Transportsicherung werden die Kisten mit Alusstäben (am linken Bildrand erkennbar) gesichert. Links unser transportabler Oregon-Spirituskocher, daneben Spüle, am rechten Bildrand die Schaltzentrale mit Heizungssteuerung, Solarüberwachung und Sicherungssystem. | ![]() |
| Blick von Sitzhocker auf Toilette: selbsterklärend :) | ![]() |
Von Mitte Juli bis Mitte November 2005 bauten wir unser Expeditionsmobil in Sigmaringen bei der Firma Fuess. Und so sah das aus:
Unser Ausbau-Fuhrpark von links nach rechts:
der schon leicht bearbeitete Shelter, unser neues Zuhause
der Hanomag AL 28 "Huggemag" als unser Ausbau-Zuhause. Bodo fleissig am sägen
Landcruiser "Ali" als treues Beschaffungsgefährt für Holz-, Metal- und Nahrungsmaterial

Unser Wohnraum entsteht aus einem ausgemusterten Bundeswehr-Shelter (2,20 m x 4,20 m) aus Aluminium: 4 Wochen lang Bundeswehrzeug eimerweise raus (Klimaanlagen, Schienen, Relais, ...), Fenster ausschneiden, Aluplatten nieten, schleifen, flexen, gundieren und lackieren - fertig!

Der Shelter besteht aus zwei Schichten Alu mit merkwürdigem Dämmschaum dazwischen, unsere Jungs vom Bund hatten bestimmt Spaß bei wahlweise - 20 oder + 40 Grad. Wir möchten mehr Komfort, daher: 3 Wochen Holzlatten kleben, mit Dämmatten auffüllen, Tipla-Buche zuschneiden, grundieren, lackieren, verschrauben und kleben, Schraublöcher verdecken.

Außen bekommt der Shelter eine schöne Wüstenfarbe und Sandblechhalter. Innen erfolgt die Aufteilung in eine drei-Zimmer-Wohnung: Eingangs der Nassbereich mit Dusche und Toilette, mittschiffs Wohnzimmer mit Küchenzeile, abschließend eine luxuriöse Riesenkoje von 200 x 140 cm.

Et voila: fertig ist das Reisemobil. Unser Basisfahrzeug ist ein Mercedes-Benz 1017 (10 Tonnen, 170 PS) Turbolader mit Allrad-Antrieb, Sperrdifferenzial, Einzelbereift mit riesigen 395/85 R 20 Michelin XZL, 600 Liter Diesel, 400 Liter Wasser, Stromversorgung per Solar und einigem mehr.

Hier ein Bild aus Frankreich, Ende Dezember 2005, MAT (Name nach dem Nummernschild) im Einsatz auf Klippenfahrt:

>> Bilder vom Innenausbau
Unser Ausbau-Fuhrpark von links nach rechts:

Unser Wohnraum entsteht aus einem ausgemusterten Bundeswehr-Shelter (2,20 m x 4,20 m) aus Aluminium: 4 Wochen lang Bundeswehrzeug eimerweise raus (Klimaanlagen, Schienen, Relais, ...), Fenster ausschneiden, Aluplatten nieten, schleifen, flexen, gundieren und lackieren - fertig!

Der Shelter besteht aus zwei Schichten Alu mit merkwürdigem Dämmschaum dazwischen, unsere Jungs vom Bund hatten bestimmt Spaß bei wahlweise - 20 oder + 40 Grad. Wir möchten mehr Komfort, daher: 3 Wochen Holzlatten kleben, mit Dämmatten auffüllen, Tipla-Buche zuschneiden, grundieren, lackieren, verschrauben und kleben, Schraublöcher verdecken.

Außen bekommt der Shelter eine schöne Wüstenfarbe und Sandblechhalter. Innen erfolgt die Aufteilung in eine drei-Zimmer-Wohnung: Eingangs der Nassbereich mit Dusche und Toilette, mittschiffs Wohnzimmer mit Küchenzeile, abschließend eine luxuriöse Riesenkoje von 200 x 140 cm.

Et voila: fertig ist das Reisemobil. Unser Basisfahrzeug ist ein Mercedes-Benz 1017 (10 Tonnen, 170 PS) Turbolader mit Allrad-Antrieb, Sperrdifferenzial, Einzelbereift mit riesigen 395/85 R 20 Michelin XZL, 600 Liter Diesel, 400 Liter Wasser, Stromversorgung per Solar und einigem mehr.

Hier ein Bild aus Frankreich, Ende Dezember 2005, MAT (Name nach dem Nummernschild) im Einsatz auf Klippenfahrt:

>> Bilder vom Innenausbau
01/12: Wer uns nicht kennt...

Seit Jahren schon schmieden wir Reisepläne wie mit dem Kanu durch die Südsee, zu Fuß über Trails durch Amerika, mit dem Auto durch Afrika, mit Traktor durch Europa oder mit dem Segelboot rund um die Welt. Eine Idee toller als die andere.
Irgendwann ging uns aber auf, dass für uns der aufregendste Plan der ist, keinen festen Plan zu haben. Sich jetzt zu entscheiden, wo es gleich hingehen soll. Keine Reiseführer konsultieren, keine Flüge oder Unterkünfte reservieren, einfach alles offen lassen und schauen, was passiert.
Bei unseren letzten Reisen waren diese spontanen Episoden eigentlich immer die spannendsten. In Boston verirrten wir uns auf dem Weg zur Autovermietung und lernen an der Bushaltestelle eine nette ältere Dame kennen, die nach dem Krieg aus Deutschland ausgewandert war und uns spontan zu sich einlud. In Algerien verfehlten wir die Straße um einige Kilometer und trafen mitten im Nirgendwo - von Horizont zu Horizont eine einzige Sandebene - eine Beduinenfamilie mit ihren Kamelen, die ohne Kompass schnurstracks auf den noch Kilometer entfernten Brunnen zuhielten (wir haben das später mit GPS nachgeprüft).

So haben wir also unsere Wohnung gekündigt, unseren Besitz und unsere Verpflichtungen reduziert und uns ein mobiles Expeditions-Heim gebaut.
Unsere Reise begann eigentlich schon, indem wir uns in Sigmaringen auf das Abenteuer Autobau eingelassen haben. Viele unvorhergesehene Dinge sind passiert, es gab auch schwierige Zeiten, aber langweilig war es nie. Und jetzt schauen wir also, was gleich wieder passieren wird.
Unsere Reiseberichte versuchen wir online regelmäßig zu aktualisieren und über Grüße freuen wir uns immer. Einfach schreiben an
info@kuestenblog.de oder direkten Kommentar zu Beiträgen oder Fotos.
Bis hoffentlich bald!

Bodo, ultimativer Expeditionsmobil-Bauer von Welt und Nichtwelt. Hier beim Frühstück.

Bine, Brotschneiden war gestern. Kampfhase im Dienst.

Rififi hat alles im Blick



